Getting Wasted: ROSTECK | GRETZKI | SUPERART.TV

Getting Wasted
ROSTECK | GRETZKI | SUPERART.TV Eric Carstensen & Michael Volkmer
04.12.11 – 14.01.12 

Vernissage | Opening Sa. 03.12.11, 18h

English

Mit „Getting Wasted“ schließt das Themen-Triptychon, das 25Bilder/Sekunde eröffnet hat. Während die Show „Getting Physical“ verschiedene Facetten des menschlichen Körpers und der Körperwahrnehmung beleuchtet und „Getting Territorial“ den Blick nach außen, auf den Menschen in seiner Umgebung und das Bedürfnis, sich durch aktive Gestalten in seinem Umraum zu verorten, gerichtet hat, thematisiert die dritte Präsentation als eine Art Synthese aus beiden Blickrichtungen den Umgang des Menschen mit seiner Umgebung – mit der Natur und den künstlichen Objekten ebenso wie, implizit, mit den Mitmenschen.

Es ist zunächst eine neutrale Beobachtung: Der Mensch macht sich seine Umwelt verfügbar und zunutze, er „konsumiert“. Dieses Nutzbarmachen verweist jedoch auf ein komplexes Wechselwirkungsverhältnis, das sich auf einer feinen Linie bewegt: Zwischen Gebrauch und Missbrauch, zwischen dem Ausschöpfen und dem Vergeuden von Ressourcen, zwischen Nutzen und Ausnutzen. Das Konsumieren, im ursprünglichen Wortsinn noch neutral besetzt (consumere = lat. verbrauchen), ist in unserem gängigen Sprachgebrauch heute jedoch äußerst negativ belegt. Die Diskussion um die Konsum- und Wegwerfgesellschaft ist zum emotional aufgeladenen Reizthema geworden.

Die ausgewählten Videos sind Annäherungen an dieses inhaltlich sehr aufgeladene Thema. Sie beleuchten unterschiedliche Facetten und versuchen, einen Gang zurückzuschalten und ein wenig Distanz in die Diskussion bringen. Sie sind Statements – teils mit ironischem Unterton, wie der gewählte Ausstellungstitel auch –, die sowohl auf die Absurdität und die Auswüchse des Konsumverhaltens anspielen als auch ein wenig kritische Neutralität ermöglichen – ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben, aber auch ohne dass die Problematik dabei an Brisanz verliert.

Das Element des Wassers zieht sich dabei wie ein roter Faden durch die Arbeiten und fungiert wie ein symbolischer „Stellvertreter “, der auf die Grundproblematik der Fragestellung verweist. Für den Betrachter spannt sich ein Denkhorizont auf, den er weiterdenken kann.

(c) Corinna Rosteck

(c) Corinna Rosteck

Die Arbeiten von Corinna Rosteck erzählen vom Element Wasser – mit raffinierten Tempowechseln und malerischer Farbigkeit. Filmische Sequenzen werden mit Aufnahmen aus der industriellen Fertigung (Circular ist eine künstlerische Annäherung an die Produktion von Infusionslösungen) und mit „Wasser in der Natur“ überlagert. Originaltöne der Fertigung korrespondieren mit Soundcollagen zu den filmischen Blenden und sind als filigraner Klangteppich unterlegt.

(c) Corinna Rosteck

(c) Corinna Rosteck

Corinna Rosteck sucht in ihren Bildern Objekte aus, die mit Wasser in Berührung kommen. Wie auch beim Licht ist es die Transparenz, die sie beim Wasser fasziniert. Wasser ist Bewegung, Spiel, Reflexion und Leben. Es kann bedrohlich sein, heilen, voller Nährstoffe sein, Leben retten. Tiefe, Unendlichkeit und das Aufheben von Zeit- und Raumgefühl kennzeichnen das nasse Element.

„Foundfootage“ von Allan Gretzki zeigt eine andere Art des Wasserkreislaufs: Entland des Rheins sammelt er angespülte Objekte. Was er nicht für seine InstALLANtions Serie verwenden kann, wird in dern Flusskreislauf zurückgeworfen. Als Found footage werden üblicherweise filmische Fundstücke bezeichnet. Es ist Material, aus dem etwas Neues zusammengestellt werden kann. Auch das Treibgut im Rhein ist – Material? Müll? Bestandteil des Wasserkreislaufs?

(c) Allan Gretzki

(c) Allan Gretzki

Gretzki ist bekannt für seine InstALLANtions Serie und für zahlreiche Wandgrafiken. Seine Arbeit inspiriert von DIY (Do it yourself), Streetculture, Arte Povera und Land Art. Seit 2000 entwickelt er sein Œuvre ohne Einfluss von der Mainstream Kunstwelt. Er begnügt sich nicht mit dem was gut sein könnte, denn er geht darüber hinaus und kommt auf Ideen, auf die man selber nie gekommen wäre. Er selbst hat sich einmal als Underdog bezeichnet und sieht sich selbst durch seine subversiven Arbeiten als Chamäleon oder Maulwurf der Kunst und Design-Szene.

Gretzkis zweite Arbeit, „Can I trash can“, ist kurz und prägnant, ein ebenso ironisches wie Statement, das gerade in Zeiten, in denen „Containering“ und „Dump Diving“ neue Schlagwörter in den Medien sind (zum Beispiel hier: Link), kaum einer Erläuterung bedarf:

EN 840-3 / Can I trash can from Allan Gretzki on Vimeo.

superart.tv

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