Bild.Störung

Bild.Störung
HAHN | HINDAHL | DITTRICH | DANNECKER
25.02.-30.03.12
kuratiert von Simone Kraft

Im November 2011 ging die erste bemannte Marsexpedition zu Ende. Nach 520 Tagen konnten die sechs Astronauten ihr Raumschiff in Moskau wieder verlassen – nach einer Reise zum roten Planeten: 250 Tage der Hinflug, 30 Tage die eigentliche Mars-Mission und 240 Tage der Weg zurück.

Mars-500 war eine aufwendig angelegte internationale Simulation, bei der selbst die Landung auf dem Mars nachgestellt wurde, die Forschungsergebnisse zu unterschiedlichsten Fragen liefern sollte. Mediziner und Biologen untersuchten etwa, wie sich enge Lebensräume aufs Allgemeinbefinden und das menschliche Immunsystem auswirken, wie der Körper auf fehlendes Tageslicht reagiert, wie sich der Wach-Schlaf-Rhythmus ändert und wie sich das alles auf Herz und Kreislauf auswirkt. Psychologen beobachteten die Gruppendynamik und das Kommunikationsverhalten: Im „Big-Brother-Raumschiff“ hatten Kameras alles im Blick.

Nach der Rückkehr auf die Erde kamen die Astronauten zunächst vier Tage in Quarantäne. Back home – obwohl sie nie weg gewesen waren.

Die Simulation fühlt sich an wie die Wirklichkeit, sie ist, wie Jean Baudrillard schreibt, eine „Hyperrealität“, die sich die Realität gleichsam einverleibt: „Jegliche Realität wird von der Hyperrealität der Codes und der Simulation aufgesogen.“ Das Hyperreale trete immer stärker an die Stelle des Realen. Löst das Simulationsprinzip das alte Realitätsprinzip ab?

Weiß der Computerspieler, der am Bildschirm auf die Jagd geht, dass er gerade auf Menschen zielt? Wenn die Mehrheit der jungen Zuschauer Scripted Reality für bare Münze nimmt? Wird die Bildschirmwelt zur Lebenswelt?

Sehen wir Bilder oder „sehen“ sie uns?
Verzerren sie unsere Wahrnehmung oder „sind“ sie schon Teil einer realen Hyperrealität?
Weiß der Computerspieler, der am Bildschirm auf die Jagd geht, dass er gerade auf Menschen zielt? Wenn die Mehrheit der jungen Zuschauer Scripted Reality für bare Münze nimmt? Wird die Bildschirmwelt zur Lebenswelt?
Sehen wir Bilder oder „sehen“ sie uns?
Verzerren sie unsere Wahrnehmung oder „sind“ sie schon Teil einer realen Hyperrealität?

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