Vanja Vukovic

CV   |   Interview mit Vanja Vukovic | www.vanjavukovic.com

Von Zuneigung und anderen (zwischen)menschlichen Affekten | On fondness and other affections
Results of the 1. Open Call
12.05.-22.06.12
ausgewählt von 25bs | Simone Kraft

CV:

Vanja Vukovic wurde in Montenegro geboren und zog im Alter von vier Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland. Sie studierte Kommunikationsdesign, Schwerpunkt Fotografie (Diplom) sowie Medienkunst in Darmstadt und Portsmouth, England. Danach absolvierte sie an der Städelschule bei Martha Rosler und Wolfgang Tillmans einen Aufbaustudiengang. Ausgezeichnet wurden ihre Arbeiten mit mehreren Preisen, unter anderem im Jahr 2007 Finalist of the Golden Award of Montreux sowie eine Auszeichnung beim 5. Aenne-Biermann-Preis. Sie lebt und arbeitet vorwiegend in Frankfurt am Main.

Interview mit Vanja Vukovic:

Erzähle uns etwas zur Entstehung deiner Arbeit. Wie kam es dazu?

Im Atelier oder White Cube bin ich von Menschen umgeben, die sich im Kontext von Kunst, künstlerischer Aktion und Provokation bewegen und damit in der Regel gut vertraut sind. Auf der Straße kann eine Aktion wie “I am your Camera my Dear!” jede oder jeden treffen: aus Passanten werden Protagonisten, aus Zuschauern Betroffene. Kunst zum öffentlichen Ereignis – und auch zum öffentlichen Ärgernis. Mich interessiert die Frage, wie privat Bewegung im öffentlichen Raum und die Festung des persönlichen Handlungsraumes sein kann. Wie viel Privatsphäre ist öffentlich und wie viel Öffentlichkeit privat? Inwiefern entstehen in einer ungewohnten Situation auf der Straße Widersprüche, Zustimmung oder womöglich sogar ein Spiel mit den Protagonisten?

Warum arbeitest du mit Video und neuen Medien? Welche Möglichkeiten eröffnet dir diese Arbeit? Arbeitest du auch mit anderen Medien?

Seit 15 Jahren arbeite ich mit Fotografie, aber mit dieser Aktion kam ich an die Grenzen meines gewohnten Mediums. Ich möchte Reaktionen zeigen, die mir ein einzelnes Bild so nicht liefern kann. Ein Faktor scheint mir hierbei von außerordentlicher Bedeutung: Zeit. Beim Medium Video kristallisiert sich eine dritte Dimension mit Dauer, Anfang, Ende, Anordnung. In der Fotografie scheint mir die Zeit dagegen tendenziell eingefroren. Außerdem bekommt das gesprochene Wort, der Dialog in all seiner subjektiven Radikalität eine besondere Bedeutung. Was passiert in den Momenten, wo der Fotoapparat „stillsteht“ und die Videokamera weiter läuft? Es war und ist noch immer ein Experiment für mich, mit Video zu arbeiten. Mich von dem mir bekannten Medium zu distanzieren und etwas Neues auszuprobieren, ist auch eine anregende Veränderung und Entwicklung.

Welche Themen beschäftigen dich in deiner Arbeit? Wie findest du deine Motive, Themen?

Mich interessiert das gesellschaftlich geformte psychologisch Konstruierte sowie die gegenseitige Wahrnehmung in diesem Konstrukt. Wie gestalten sich die Reaktionen von Einzelnen auf gesellschaftlich vermittelte Impulse? Dabei stoße ich auf Beziehungsgeflechte, die außerordentlich komplex arrangiert sind: das Individuum, die Gesellschaft, menschliche Beziehungen im sozialen bzw. politischen Kontext.

Unsere aktuellen Lebensverhältnisse sind durch die alltägliche Nutzung sozialer Netzwerke nicht einfacher geworden. Ich selbst empfinde mich als Teil dieses Ganzen, entwickle mich, beziehe Standpunkte, produziere meine Bilder in langwierigen Prozessen von Stagnation, Widersprüchen und Sprüngen.


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